Impfpläne in der EU/im EWR

Old man with the kids
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Jeder EU-/EWR-Staat ist für seine eigene Gesundheitspolitik zuständig. Dazu gehören auch sein nationales Immunisierungsprogramm und sein Impfplan. Informationen über die nationalen Impfpläne in den EU-/EWR-Ländern sind dem ECDC-Impfplaner (ECDC Vaccine Scheduler) zu entnehmen.

Die Gestaltung der Impfpläne unterscheidet sich von Land zu Land, ist in der EU/im EWR insgesamt jedoch ähnlich. Die Unterschiede betreffen u. a. die zu impfenden Alters- und Bevölkerungsgruppen (z. B. alle Kinder eines bestimmten Alters oder nur bestimmte Risikogruppen), den genauen Impfstoff (einige Inhaltsstoffe können sich unterscheiden), die Anzahl und zeitlichen Abstände der Dosen oder die Gabe von Einzel- oder Kombinationsimpfstoffen.

Zu den Faktoren, die solche Unterschiede begünstigen, gehören z. B. die Belastung durch die Erkrankung, die Häufigkeit der Erkrankung und Trends in verschiedenen Ländern, die Ressourcen und Strukturen der Gesundheitssysteme, politische und kulturelle Faktoren sowie die Widerstandsfähigkeit des Impfprogramms.

Die Unterschiede zwischen den Impfplänen bedeuten nicht, dass manche Programme besser oder schlechter sind, sondern dass sie die unterschiedlichen Umstände und Gesundheitssysteme berücksichtigen. In jedem EU-/EWR-Land ist das gleiche Schutzniveau sichergestellt. Die Impfungen in den nationalen Impfplänen werden zu den passenden Zeitpunkten gegeben, um einen angemessenen Schutz zu gewährleisten.

Die Impfpläne für Kinder umfassen in allen EU-/EWR-Ländern Impfungen gegen:

  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Hepatitis B
  • Humanes Papilloma-Virus (Mädchen, GGF Jungen).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Hepatitis-B-Impfung in den allgemeinen Impfplan für Kinder aufzunehmen. In einigen EU-/EWR-Länder werden jedoch nur Kinder mit hohem Infektionsrisiko und Erwachsene, die besonders gefährdeten Risikogruppen angehören, geimpft.

In manchen EU-/EWR-Ländern erhalten Kinder Schutzimpfungen gegen:

  • Hepatitis A
  • Grippe
  • invasive Erkrankungen aufgrund von Meningokokken
  • invasive Erkrankungen aufgrund von Pneumokokken
  • Rotavirus
  • Tuberkulose
  • Windpocken

Darüber hinaus wird in allen EU-/EWR-Ländern eine saisonale Grippeimpfung für ältere Menschen und besonders gefährdete Risikogruppen empfohlen.

Die EU prüft eine weitere Angleichung der nationalen Impfpläne. Am 7. Dezember 2018 veröffentlichte der Rat der EU Empfehlungen zur verstärkten Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten, in denen er u. a. empfiehlt, die Machbarkeit eines EU-weiten Kern-Impfkalenders zu prüfen. Das ECDC arbeitet gemeinsam mit den nationalen Gesundheitsbehörden der EU eine Beurteilung aus.

Mit einem solchen Kern-Impfkalender sollen die Kompatibilität der nationalen Impfpläne verbessert und der Zugang zu Impfungen in der EU vereinheitlicht werden. Dies könnte eventuelle Schwierigkeiten aufgrund eines Umzugs zwischen verschiedenen EU-Ländern und die Anpassung an unterschiedliche Impfpläne (mit abweichenden Regelungen bezüglich der Häufigkeit und des Zeitpunkts von Auffrischungsimpfungen) erleichtern.

Obligatorische oder empfohlene Impfung

Jedes EU-/EWR-Land führt sein eigenes Impfprogramm durch.

Nachhol- und Auffrischimpfung

Manche Menschen haben möglicherweise eine Impfung versäumt oder die empfohlene Anzahl an Dosen nicht erhalten.

Wann man von einer Impfung absehen sollte

Ein Impfstoff kann für bestimmte Personen kontraindiziert sein, d. h. sie sollten ihn nicht erhalten.

Page last updated 13 März 2020