Vorteile des Impfens

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Impfstoffe verhindern Krankheiten, die andernfalls schwerwiegende Gesundheitsprobleme, eine dauerhafte Behinderung oder sogar den Tod zur Folge haben können. Impfstoffe werden jedes Jahr weltweit bei Hunderten Millionen von Menschen zum Schutz vor schwerwiegenden Krankheiten angewendet.

So erhielten im Jahr 2018 rund 86 % der Säuglinge weltweit Dosen des Impfstoffs, der sie vor Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP) schützt; 85 % der Säuglinge weltweit erhielten drei Dosen des Polio-impfstoffs (1).

Im Gegensatz zu einer Behandlung, die zur Heilung einer Krankheit erfolgt, werden Impfstoffe in der Regel bei gesunden Personen angewendet, um sie vor dem Erkranken zu schützen. Daher mögen die langfristigen Vorteile einer Impfung nicht unbedingt unmittelbar offensichtlich sein.

Viele Infektionskrankheiten sind heute aufgrund der Impfungen sehr selten, daher geraten die negativen Folgen dieser Krankheiten bisweilen in Vergessenheit. Würde man das Impfen einstellen, könnten viele dieser Krankheiten und damit zusammenhängende Krankheitsausbrüche zurückkommen.

Beispiel: Masern

Viele europäische Länder galten als nahezu masernfrei.

Seit Oktober 2016 ist jedoch aufgrund des Rückgangs der Impfraten ein Wiederauftreten der Masern in den EU/EWR-Ländern mit Krankheitsausbrüchen in mehreren Ländern (2) zu beobachten.

Masern können schwerwiegend oder gar lebensbedrohlich sein. Weiterführende Informationen sind dem Faktenblatt zu Masern zu entnehmen.

Den einzigen Schutz vor Masern bietet die Impfung. Der MMR-Impfstoff schützt vor Masern, Mumps und Röteln. Der MMR-Impfstoff ist sicher und wirksam.

Beispiel: Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist eine Erkrankung der Atemwege. Er kann sich rasch ausbreiten. Häufig müssen Säuglinge im Krankenhaus aufgenommen werden; das Risiko von Komplikationen und der Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts steigen für Säuglinge im Alter von unter drei Monaten. Keuchhusten kann schwere krampfartige Hustenanfälle verursachen und dauert in der Regel drei bis sechs Wochen an.

Zu den Komplikationen können Lungenentzündungen, Enzephalopathie (eine Gehirnerkrankung) und Anfälle gehören; schlimmstenfalls kann eine Infektion sogar zum Tod führen. Weiterführende Informationen sind dem Faktenblatt zu Keuchhusten zu entnehmen.

Die Keuchhusten-Impfung ist Teil der nationalen Impfprogramme in der EU. Dadurch werden Kinder vor Keuchhusten geschützt; die Impfung hat nur geringfügige Nebenwirkungen. Rund 20 % der Säuglinge zeigen eine Rötung und Schmerzen an der Injektionsstelle. Bei weniger als 5 % tritt Fieber auf.

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Literaturverzeichnis:

(1) https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/immunization-coverage

(2) ECDC-Risikobewertung „Bei wem in der EU/dem EWR besteht ein Risiko, an Masern zu erkranken?“, 28. Mai 2019: https://www.ecdc.europa.eu/en/publications-data/risk-assessment-measles-eu-eea-2019

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Page last updated 13 März 2020